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"Deutliche Spuren im deutschen Handel"

Foto: Pixabay
14.06.2022
Statement des Ost-Ausschuss-Geschäftsführers Michael Harms zum deutschen Osthandel im April 2022

„Die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben im April 2022 deutliche Spuren im deutschen Handel mit Osteuropa hinterlassen. Tiefe Einbrüche um über 60 Prozent gab es beim deutschen Export nach Russland und Belarus. Die deutschen Lieferungen nach Russland gingen um fast 1,5 Milliarden auf nur noch 829 Millionen Euro zurück. Mit dem Krieg und seinen Folgen entzieht Russland den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter die Basis. Sanktionen, Logistik- und Finanzierungsprobleme und der Rückzug immer mehr deutscher Unternehmen machen sich zunehmend bemerkbar.

Die deutschen Importe aus Russland legten im April gegenüber dem Vorjahr allein aufgrund der hohen Energiepreise um 42 Prozent zu. Die hohen Preise sind auch Folge der westlichen Maßnahmen gegen russische Energieträger. Gegenüber dem Vormonat sanken die Einfuhren dagegen deutlich um 16,4 Prozent. Mengenmäßig wurde im April 26 Prozent weniger aus Russland importiert als im Vorjahresmonat. Der Importüberschuss im Außenhandel mit Russland ging dadurch auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Bis Jahresende dürfte er weiter schrumpfen. 

Die deutschen Ausfuhren in die Ukraine gingen im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 34 Prozent zurück, die Einfuhren von dort sanken um neun Prozent. Umso wichtiger ist es, die Produktion vor Ort wo immer möglich aufrechtzuerhalten, um die Wirtschaft des Landes am Laufen zu halten und den Menschen ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dazu tragen auch die jüngsten Zollbefreiungen für ukrainische Importe bei. Wichtig für das Land und für seine Abnehmer ist es zudem, schnell Wege zu finden, ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt zu bringen. Die deutsche Wirtschaft unterstützt die Ukraine aktiv bei der Aufrechterhaltung der Produktion, beim Export und der Instandsetzung der zerstörten Infrastruktur.

Eine verlässliche Stütze des deutschen Außenhandels in der Region bleiben die wachstumsstarken Länder Mittelosteuropas. Die deutschen Ausfuhren in die drei wichtigsten Absatzmärkte Polen, Tschechien und Ungarn legten im April erneut um zehn bis 15 Prozent zu. 18 Jahre nach ihrem Beitritt zur EU sind diese Länder industrielle Kraftzentren Europas. Von deren Stärke profitiert auch die deutsche Wirtschaft. Die zunehmende Kooperation in Forschung und Entwicklung, Industrie 4.0 und im Energiesektor wird hier weiteren Schwung bringen.

Insgesamt belief sich der deutsche Außenhandel mit den 29 Partnerländern des Ost-Ausschusses im April 2022 auf 44,3 Milliarden Euro – ein deutliches Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das waren 18,2 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels.“

Ansprechpartner

Christian Himmighoffen
Leiter Presse und Kommunikation
T. +49 30 206167-122
C.Himmighoffen@oa-ev.de

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